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Chemnitz Zeugnis

Meister, wo wohnst du? Komm und sieh! – Zeugnisse

An zwei unterschiedlichen Terminen hielten wir die erste Kursetappe Meister, wo wohnst du? Komm und sieh! Dabei konnten die Teilnehmer erfahren, was es heißt ein Jünger Jesu zu sein, und Jesus als Meister in seinem Leben zu erfahren.
Hier nun einige Zeugnisse und Eindrücke der Teilnehmer:

Meister, wo wohnst du? Komm und sieh!
Maria von Magdala erkannte in dem Gärtner am Grab Jesus, ihren Rabbuni, ihren Meister – aber erst, als Jesus sie mit ihrem Namen ansprach. (Johannes 20,16)
Was für ein Geschenk, wenn Jesus mich ganz persönlich mit meinem Namen anspricht. Aber bin ich auch hörbereit? Selbst bei meiner Arbeit als Pastor und Leiter von Miteinander für Chemnitz, bin ich so oft zu beschäftigt, um SEINE Stimme mitten im Gewirr der vielen Stimmen zu hören. 
Da kam die Einladung zu den Exerzitien gerade zur rechten Zeit – für mich war in der beginnenden Sommerferien-Zeit der richtige Termin. 
In mehreren Einheiten wurde durch Vorträge und praktische Übungen in meinem Herzen die Sehnsucht geweckt nach MEHR und nach NEUEM und nach ERNEUERUNG. Nach mehr Vollmacht, nach Veränderung meines Herzens, nach mehr von der Führung durch den Heiligen Geist. 
In einer „Wüstenzeit“, die alle Teilnehmer ganz alleine verbrachten, kam Gottes sehr persönliches Reden auch zu mir. „Bernard, du willst Veränderung – du willst immer mehr Ungutes ablegen. Ich bin der Töpfer, du bist der Ton in meiner Hand. Ich forme dich. Du stehst nicht alleine da mit der Arbeit der Veränderung deines Lebens. Überlasse dich mir und meinem Formen. Ich liebe es Menschen zu Gefäßen zur Ehre Gottes zu formen.
Diese Worte aus dem Mund meines Meisters waren so ermutigend – und sind es immer noch. Ich stehe nicht alleine da, um die notwendigen Veränderungen anzugehen. 
Wie liebevoll Jesus dabei vorgeht, machte mir die praktische Übung in dem Teil „Beziehung zum Heiligen Geist – er führt“ deutlich. Ich sollte eine Teilnehmerin, deren Augen verbunden waren, über schwieriges Gelände führen. Wie war ich da bemüht, ihr nicht zu viel und zu Schwieriges zuzumuten und sie auch nicht beim Tempo zu überfordern. Das machte mir deutlich, dass der Heilige Geist noch viel mehr als ich darauf achtet, was für mich geht. Mein Vertrauen in SEINE gute Führung wurde gestärkt. 
Das konnte ich in der darauffolgenden Woche gleich weiter praktisch einüben, als ich einige Wanderungen entlang der deutsch-tschechischen Grenze machte und meine Wege nicht immer klar gekennzeichnet waren. Da war meine Bitte ganz konkret, dass der Heilige Geist mich auch da führt und sicher ans Ziel bringt. Und er hat es getan – selbst als ich vom Wandern müde einmal zu früh abgebogen bin. Er schenkte mir dadurch sogar einen schöneren und schattigeren Weg. 
Diese Zeichen des Wirkens Gottes und die ermutigenden Worte „in der Wüste“ begleiten mich jetzt in meinem Alltag. Wie gut, dass ich mir die Zeit nehmen konnte, um mich mehr in die Beziehung zu meinem Meister Jesus zu vertiefen. 
Danke Jesus und danke meine lieben Glaubensgeschwister von der Koinonia. 
Bernard Millard, Pastor der Freien Evangelischen Gemeinde

Meister wo wohnst du? Komm und sieh!
Das war der Kurs, an dem ich im Juli in der Oase Chemnitz teilgenommen habe.
Ein sehr schöner Kurs, ich habe ganz viel neue Erfahrungen gesammelt, ich kann sagen, dass Jesus heute noch unter uns lebt und er uns auffordert seine Jünger zu werden.
Ihn als einzigen Meister zu haben seinem Lebensstil zu folgen und die endgültige Entscheidung zu treffen, diesen Weg zu gehen.
Er befähigt uns, gibt uns die Kraft entschlossen zu sein, seine Stimme zu hören.
Wir bekommen durch sein Wort (PG) immer die Antwort auf all unsere Bedürfnisse. Es war eine aufbauende, zusagekräftige und erfüllende Zeit, die ich jedem ans Herz legen kann, sie zu erfahren.
Eure Schwester im Herrn, Irmgard.

Als ich die Jesus- Ikone auf der Einladung anschaute, hörte ich SEIN rufen:
Meine kleine Tanja
Die Frage „Meister, wo wohnst du? Komm und sieh.“ weckte Sehnsucht in mir meinen Jesus wieder neu zu finden und ihn besser zu kennen.
Mein persönlicher Alltag ist durch vielfältige Aufgaben voll und da bekommt JESUS nicht so viel Zeit geschenkt. Das macht mich manchmal traurig und unzufrieden. 
Außerdem wollte ich wieder mehr von seiner Liebe, von seinem Wesen empfangen, damit ich wieder gestärkter und freudiger bin und Gottes Berufung leben kann. 
In diesem Kurs wohnt wirklich unser Liebhaber und Meister Jesus. Während den Lobpreiszeiten wurde ich erfrischt und wieder lebendig. In den Lehreinheiten wechseln sich Vortrag und praktische Erfahrungen ab. Das ist manchmal eine kleine Herausforderung, aber dadurch kann aus Kopfsache echte Herzenssache werden. Es wurde mir auch vom Herzen her klarer, immer mit JESUS zu SEIN – mich der Führung des Heiligen Geistes anzuvertrauen, in allen meinen Lebensbereichen- und mich vom himmlischen Vater lieben zu lassen. Aus dieser Liebesbeziehung wachsen dann Identität, Freiheit und Vollmacht als Christen, die wir in unserem Auftrag an die Welt so dringend brauchen. Damit sich Jesus in dieser Welt offenbaren kann, SEINE Liebe, SEINE Freude, SEINE Zuversicht… SEIN Wesen. 
Es war für mich ein Intensivkurs, der mich trainiert hat, im Lebensalltag ein leidenschaftlicher Jünger Jesu zu sein – wie Maria täglich zu den Füßen Jesu zu sitzen und dann kommt das TUN. 
Tanja

Der Kurs “Meister, wo wohnst Du” war für mich ein ganz besonderer. Aufgrund der Pandemie kam für eine sehr lange Zeit sowohl das gemeinschaftliche Gebet als auch das geschwisterliche Zusammensein viel zu kurz. Es war nach dieser langen Durststrecke einfach nur schön, mal wieder ganz viel Zeit mit Jesus und mit den Geschwistern zu haben, sich im Gebet Ihm und Seiner Liebe ganz zu öffnen und mit den Geschwistern stundenlang zu reden und zu lachen.
Der Kurs hat mich außerdem noch eine Ebene tiefer in meinem Jünger-Sein gebracht und mir nochmal klar aufgezeigt, was Nachfolge bedeutet. Tatjana

Der Kurs “Meister wo wohnst du” hat mich gleich angesprochen, als ich das Plakat gelesen habe. Ich schaute die Termine an. Okay, passt nicht! Somit löschte ich den Post gleich wieder. Meine Schwester hat mir kurzfristig gesagt: wir machen den Kurs zusammen, darauf sagte ich spontan ja. Ich freute mich sehr und dachte Gott wirkt. Ich wollte den Kurs einfach genießen. Das Loben und Preisen gefiel mir immer besser.
Ich wurde entspannter und ließ mich auf die Aktivitäten ein. Innerlich spürte ich eine Rebellion, welche immer heftiger wurde. So musste ich mich zwingen, z. B. 4 Treppen aufs Dach hoch zu laufen. Gleichzeitig spürte ich eine Sehnsucht in mir mit den anderen Teilnehmern Gott zu loben. Ich schaffte es doch‼️. Ein anderes Mal, wurde ich mit verbundenen Augen geführt. Meine Füße wollten den Weg nicht gehen. Sie stellten sich quer und wollten in eine andere Richtung. Plötzlich spürte ich eine Wärme und eine Helligkeit in mir. Jetzt konnte ich den Weg, mit der Führung ohne Schwierigkeiten gehen
JESUS befreit mich von meiner Rebellion. Er will mich führen, das ist mir durch diesen Kurs bewusst geworden. Ich muss nicht alles selber in die Hand nehmen. Auch wenn in meinem Leben nicht alles perfekt läuft, brauche ich keine Angst zu haben. Ich darf auf die Führung des Heiligen Geistes vertrauen. Er hilft mir den richtigen Weg zu gehen. Erika

Meine Erfahrung mit Jesus war, er hat mir mein Leben im Rückblick gezeigt, also alles was ich getan habe und sagte: er hat mir verziehen. Er wird nun mit mir gehen und mich begleiten. Danke Jesus. Irene

Der Kurs “Meister wo wohnst du” war wie eine frische Quelle übersprudelndes heiliges Wasser, nach dem meine geschundene Seele und mein ausgetrockneter, müder und schwacher Körper sich so sehr gesehnt hat.
Ich danke dem Herrn,  daß ich trotz meiner Erschöpfungs- und Kraftlosigkeitsphasen an dem Kurs komplett teilnehmen konnte und sogar abends beim fröhlichen Zusammensein dabei war. 
Der Herr gab mir die Möglichkeit, auch durch die Hilfe der Geschwister daran teilzunehmen. Danke Tatjana für dein Autofahren! Danke an die Geschwister der Oase für die Übernachtungsmöglichkeit, so konnte ich mich zwischen den “Einheiten” hinlegen und ausruhen, für die köstliche Bewirtung, die Gebete, die starken Motivationseinheiten und Eure Bereitschaft all Euren Geistesgaben in die Tat umzusetzen um so ein lebendiges Werkzeug Gottes zu sein.
Cordula

Wir waren gespannt, was wir in den 3 Tagen erfahren würden. Die Vorträge waren sehr gut vorbereitet und es wurde keinen Moment langweilig. Es gab mehrere Motivationen, wo wir uns mit den anderen Teilnehmern bewegen konnten. Jede Aktion war gut durchdacht.
Mir hat die Führung (Blindenführung) von einer Person sehr gut gefallen. Meine Augen wurden verbunden und ich wurde ganz sanft geleitet und geführt. Ich wusste nicht wo ich war oder wer es war.—Beim Übergang vom Ausgang ins Freie, hatte ich den Eindruck, ich werde von Licht durchflutet. Das war wunderbar !! In mir kam Freude auf und ich stellte mir vor, diese Situation entsteht immer wieder, wenn uns der Heilige Geist ganz sanft leitet und führt. Wir brauchen uns ihm nur anvertrauen!
Angelika

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100 gute Gründe

Wenn nicht einhundert Gründe, gäbe es mindestens zehntausende, die meine Geschichte für verrückt erklären könnten. Doch es ist das eine Gegenargument, dass ihr Sinn gibt: Jesus. Er ist mein Lebensgrund. Als in meiner ehemaligen Kirche entschieden wurde, dass Jesus und die Bibel nichts mehr seien, bin ich weggegangen. Ich verließ mein bisheriges Zuhause im Herrn, gab viele Freunde auf und setzte mich einer Menge innerer Fragen aus. Zusammen mit meiner Familie ging ich auf die Suche nach einem Zuhause in Gott. Fündig wurden wir in der katholischen Kirche Sankt Franziskus in Chemnitz. Dort wohnhaft ist gleichzeitig die charismatische Glaubensgemeinschaft Koinonia Johannes der Täufer. Nach wenigen Monaten trat ich sowohl der katholischen Kirche als auch der Koinonia bei. In der Koinonia habe ich gelernt zu beten. Ich erfuhr, dass der Heilige Geist erlebbar und unendlich machtvoll ist. Und ich lernte eine Tiefe der Gnade Gottes kennen, wie ich sie noch nicht kannte. Vor eineinhalb Jahren hat Jesus mich zum geweihten Leben berufen und ich werde Ihm mein Ja dazu geben. Ich muss meinen Anfangssatz wohl korrigieren und zugeben, dass es Milliarden Gründe gäbe, diesen Weg auf gar keinen Fall zu gehen. Doch es ist das eine Gegenargument, was mich überzeugt: Jesus. Er, der Sohn Gottes, ist für mich und dich gestorben und auferstanden. Er lebt und tut heute noch Wunder. Er wirkt auf seine Weise, oft leise, aber deutlich. In Ihm ist alles in dieser und in der künftigen Welt begründet. Jesus hat sich als der einzige Weg offenbart, sodass unendlich viele Gründe mich nicht abhalten könnten, Jesus zu folgen. Dasselbe wünsche ich Dir: Lass dich durch keinen Grund der Welt von einer liebevollen Begegnung mit Jesus abbringen.

Maria-Karola Wannhoff

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Wieder an Land – Zeugnis einer Heilung von Krebs

Zeugnis einer Heilung von Krebs – Lioba Radke ist seit 20 Jahren Gottgeweihte in der katholischen Gemeinschaft Koinonia Johannes der  Täufer. Seit 2006 lebt sie in Jerusalem.

Bisher kannte ich die Krankheit Krebs fast nur vom hören sagen. Wir beten zwar oft für die Heilung von Krebskranken, dennoch war ich persönlich noch nie in engere Berührung mit dieser schlimmen Krankheit gekommen.

Das änderte sich schlagartig in diesen Jahr.

Im vergangenem Herbst bekam ich Beschwerden am Darmausgang. Ganz spontan dachte ich an Hämorriden. Ich versuchte mich selbst zu behandeln. Es handelt sich ja schließlich um einem Bereich von dem man nicht so gerne spricht, geschweige denn sich untersuchen lässt.

Ich schaffte es relativ gut meine Beschwerden in den Griff zu bekommen. Am Vormittag des Heiligabends jedoch hatte ich plötzlich eine starke Blutung. Ich war sehr besorgt und ging endlich zum Arzt, der mir eine Creme verschrieb und sagte, dass man in Zukunft eine Darmspiegelung machen müsste. Da es mir wieder relativ gut ging, war ich froh mit so wenig davon gekommen zu sein. Leichte Beschwerden blieben, aber ich war zu beschäftigt, um mich ernsthaft darum zu kümmern.

Drei Monate später, am Palmsonntag hatte ich zum zweiten Mal eine starke plötzliche Blutung. Dieses Mal wollte es nicht aufhören zu bluten. Ich ging zum Notarzt und am Tag darauf zum Hausarzt. Erst sechs Wochen später bekam ich einen Termin beim Facharzt. Daraufhin entschied die Gemeinschaft, mich nach Deutschland zur Untersuchung zu schicken. Am Ostersonntag nach der Ostermesse hatte ich meinen Flug.

Das war meine Situation. Ich wusste nicht genau, was auf mich zu kommen würde. Ich war in den Händen des Herrn.

Am Osterdienstag hatte ich einen Termin bei einer sehr guten Internistin, die mich angesichts der Tatsachen zur dringenden Darmspiegelung am Osterdonnerstag einschob. Am Osterfreitag, der dieses Jahr übrigens mit dem Karfreitag der Orthodoxen Kirche übereinstimmte, rief sie mich persönlich an und bat mich in die Praxis zu kommen, die Diagnose: Darmkarzinom.

Ich war gefasst. Am Morgen dieses Tages hatte ich aus dem Brief an die Philipper gelesen: „Es zieht mich nach beiden Seiten: Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein – um wieviel besser wäre das! Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe.“ (Phil 1,23-24) Ich rief meine Gemeinschaft in Israel an, um ihnen die Neuigkeit mitzuteilen. Ich wusste, dass sie sofort beginnen würden mit Vollmacht für mich zu beten. Innerhalb kurzer Zeit wurde ein Rundschreiben an alle Gemeinschaften der Koinonia Giovanni Battista (Koinonia Johannes der Täufer) geschickt, um die Geschwister über meinen gesundheitlichen Zustand zu informieren und so begann eine unglaubliche Gebetskette.

Die Internistin schickte mich noch am gleichen Tag in die Onkologie. Dort wartete auf mich schon der für die ambulante Onkologie verantwortliche Arzt. Er erklärte mir freundlich die Behandlung, die auf mich zu kommen sollte: Eine Operation zur Implantation eines Portes über der rechten Brust, zwei Wochen Chemotherapie und sechs Wochen Bestrahlung. Am Tag danach vertraute er mir an, dass er in seiner ganzen Laufbahn noch nie eine Person gesehen hatte, die im Moment der Mitteilung solcher Perspektiven so gefasst und im Frieden war. „Muss wohl Gottvertrauen sein“, meinte er. Die Wahrheit war, der Herr begann mich in dieser schweren neuen Lebenssituation zu tragen.

Wir wussten nicht genau wie wir meinen Aufenthalt in Deutschland organisieren sollten. Gut wäre es, wenn mir eine Mitschwester während der Zeit der Therapie zu Seite stehen könnte. Meine Eltern hatten nur begrenzten Platz in ihrer Wohnung. Mein Vater ist nach einem Schlaganfall behindert. Ich wollte ihnen absolut nicht zur Last fallen. So öffnete der Herr in seiner Gnade neue Türen: Mir schrieb eine Mitschwester. Aufgrund von Schwierigkeiten mit ihrem Visum für die Vereinigten Staaten war sie gezwungen für ungewisse Zeit in Europa zu bleiben. Sie bot sich an, mir während meiner Therapie zu Seite zu stehen. Zur gleichen Zeit trat ich mit Schwestern eines Klosters, das nur 200 Meter vom Krankenhaus entfernt liegt in Kontakt. Sie boten mir an, uns ein Apartment für die gesamte Zeit der Therapie zur Verfügung zu stellen und das kostenlos.

Wenige Tage später zogen wir in unsere „neue“ Wohnung. Ich hatte eben den Port implantiert bekommen und meine Mitschwester war inzwischen angekommen.

Ich war ermutigt. Das Ziel der Ärzte war Heilung durch Chemo- und Strahlentherapie, um auf ein „Stoma“ (künstlichen Darmausgang) zu verzichten. Einer meiner Ärzte sprach von Heilungschancen von bis zu 95%.

An dem darauf folgendem Montag begann ich sowohl die Strahlen- als auch die Chemotherapie. Ich war überrascht wie gut ich mich fühlte. Wenige Tage später allerdings kam ich in die erste Krise. Mir begann übel zu werden, schlimmer aber war, dass das Krebsgeschwür in den letzten Tagen gewachsen war und durch die ersten Bestrahlungen zu schwellen begann. Mir drohte ein Darmverschluss. Um das schlimmste zu vermeiden verschrieb mir der Arzt starke Abführmittel. Es schien, dass nichts half. Ich kann mich erinnern, dass ich im Bett lag und weinte. Ich fühlte mich so verlassen und hilflos. Ich bat meine Mitschwester für mich zu beten. Als sie mir ihre Hand auf den Kopf legte und zu beten begann, spürte ich wie eine tiefe Wärme meinem ganzen Körper durchflutete. Mein Weinen wurde stärker und ich merkte wie sich meine innere Spannung löste. Ich fühlte wie der Trost des Herrn mein Herz erfüllte. Mir kam das Wort aus der Bibel in den Sinn: „Ich bin der Herr, dein Arzt.“ (Ex 15,26) und „durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5). Innerhalb weniger Minuten löste sich die Verstopfung und ich konnte ohne Schwierigkeiten auf die Toilette. So sollte es während meiner gesamten Therapie bleiben.

Ich hatte in den folgenden Wochen noch einige schwierige Momente, die Geduld und Glauben verlangten. Das schwerste war das Gefühl

der Ohnmacht, die eigene Situation beeinflussen zu können und großes Heimweh nach den Geschwistern meiner Gemeinschaft. Aber die Gebete der Geschwister und vieler Freunde trugen mich durch die Zeit meiner Krankheit.

Ich verstand wie der Herr sie benutzte, um mich von meiner Herzenshärte zu befreien. Ich begann tiefes Mitleid für die zu empfinden, die ich in der Krebsstation traf. Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, denen es oft viel schlechter ging als mir. Ich erkannte das große Geschenk der Gesundheit, der Fähigkeit gutes Essen genießen zu können und die Gnade leben zu dürfen. Jeden Tag betete ich: „Herr, lass mich leben und gesund sein.“

Heute, das heißt vier Monate später bin ich frei von Krebs. Das Geschwür ist einfach nicht mehr da. Der Herr war barmherzig und hat mein Klagelied verwandelt. Er hat mir gute Ärzte gegeben, und Er hat mir so viele zur Seite gestellt, die mich mit ihrer Liebe und ihren Gebeten während dieser Zeit getragen haben. Ich will dieses Zeugnis mit einem Wort aus dem Petrusbrief, das mir eine Schwester zu Beginn der Therapie gab, beenden: „Der Gott aller Gnade aber, der euch in Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wieder aufrichten, stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen. Sein ist die Macht in Ewigkeit. Amen.” (Pt 5,10-11)